Reduzierung von Ausfallzeiten beim Spritzgießen durch Angussweichen
In der heutigen Zeit werden Spritzteile in den meisten Fällen vollautomatisch produziert, dazu gehört auch eine angegliederte Qualitätskontrolle. Das Rüsten der Werkzeuge, also der Einbau in die Spritzgießmaschine, das Anfahren sowie der Werkzeugwechsel nach Beendigung der geplanten Serie kann beträchtlich in einem semiautomatischen Ablauf, oft auch manuell, erfolgen.
In der heutigen Zeit werden Spritzteile in den meisten Fällen vollautomatisch produziert; dazu gehört auch eine angegliederte Qualitätskontrolle. Das Rüsten der Werkzeuge — also der Einbau in die Spritzgießmaschine, das Anfahren sowie der Werkzeugwechsel nach Beendigung der geplanten Serie — kann bestenfalls in einem semiautomatischen Ablauf, oft auch nur manuell erfolgen.
Um die Stückkosten gering zu halten, geht der Trend zu Spritzgießwerkzeugen mit immer höheren Fachzahlen. Bei aller Automatisierung lässt es sich nicht völlig vermeiden, dass plötzlich während der Produktion fehlerhafte Teile von der QC erkannt werden. Eine Produktionsunterbrechung ist die Folge — der notwendige Werkzeugausbau mit anschließender Reparatur wird teuer. Werkzeuge, ausgerüstet mit Angussweichen, verursachen erheblich geringere Kosten, da die fehlerhafte Kavität direkt in der Maschine problemlos „abgeschaltet" werden kann. Deswegen ist es zu empfehlen, alle Mehrfach-Spritzgießwerkzeuge — egal ob mit Heißkanal oder konventionellem Anguss — mit WEMA-Angussweichen zu bestücken.

Die Angussweichen S4122 und S4123 werden immer in den Angusskanalverzweigungen eingebaut, um bei Bedarf ein fehlerhaftes Formnest abzusperren. Auf einfache Weise wird die Weiche mit Hilfe eines handbetätigten Verdrehwerkzeugs in die gewünschte Position verstellt. Im Gegensatz zu den auf dem Markt befindlichen Produkten erfolgt hierbei eine formschlüssige Verriegelung.
Der Typ S4122 mit einer zentralen Bohrung für den Auswerferstift ist zum Einbau in die Formplatte der beweglichen Werkzeugseite bestimmt, während der Typ S4123 ohne Bohrung in die feste Werkzeugseite eingebaut wird. Die Baugruppen sind verfügbar mit 12 und 16 mm Durchmesser; die Längen sind auf marktübliche Plattendicken (17 bis 116 mm) abgestimmt. Das Einarbeiten der Angusskanäle in die Angussweichen wird vom Werkzeugmacher nach konstruktiven Vorgaben ausgeführt.

Ein weiteres Feature des Angussweichen-Systems: Schon seit Jahren in vielen Spritzgießwerkzeugen mit herkömmlichem Anguss-System eingebaute Angießbuchsen und Angusshaltebuchsen können jetzt auch als voll funktionsfähige Angussweiche verwendet werden. Dazu ist nur der Einbau der federgelagerten Kugelarretierungen S4124 und S4125 notwendig. Das jeweils am Umfang von Angusshalte- und Angießbuchse befindliche Sackloch (4 mm Ø) dient zum Einrasten der Kugel. Die Arretierungsgehäuse werden in der benötigten Anzahl der Rastungen in das Werkzeug eingefräst.

Der Einbau solcher Angussweichen trägt in erheblichem Umfang dazu bei, ungewollte Stillstandszeiten während des Spritzgießprozesses zu verkürzen — unnötige Kosten werden vermieden. Empfehlung an die Konstrukteure: Angussweichen schon in der Entstehungsphase eines Werkzeugs mit einplanen.